Donnerstag, 05.12.2019 11:04

Tschak-tschak— tschack-tschak— Sound of Neu Leo

Bildrecht: Christina Nöbauer (CC BY-SA 3.0 AT) mit Adaptierung von GB*

Dejan ist sich sicher, dass seine Kopfhörer jetzt kaputt sind, als er grad in Neu Leopoldau ankommt. „Tschak-tschak, tschak-tschak“, ist das ein Wackelkontakt oder ein Loop in seinem Lieblingslied? Nein, auch als er die Kopfhörer abnimmt, ist das Geräusch zu hören. Dejan schaut sich um und entdeckt auf den Dächern der Bestandsgebäude eine Gruppe schwarzer Vögel, die vor sich hin schnattern, auffliegen und immer wieder in den alten Schornsteinen verschwinden. Sind das Krähen oder Raben? „Tschak-tschak“, der Sound geht ihm nicht mehr aus dem Ohr und begleitet ihn bis vor die Wohnungstür. Jetzt hat er eine Idee, er ladet sich eine Handy-App zum Erkennen von Vogelstimmen herunter und wenige Minuten später ist klar, das sind Dohlen! Hat nicht seine Mutter, die bei der naturkundlichen Führung des Stadtteilmanagements dabei war von diesen geschützten Vögeln erzählt? Jetzt macht sich Dejan aber schlau, wer den „Sound of Leo“ macht:

„Seit den 1980er Jahren existiert die Dohlen-Kolonie am Gelände des ehemaligen Gaswerks Leopoldau. Seither wird der Bestand laufend dokumentiert. 2015 konnten in den denkmalgeschützten Bestandsgebäuden des Gaswerks und beim Gas- und Dampfgaswerk insgesamt 26 Brutpaare nachgewiesen werden. Da die Anzahl möglicher Brutplätze für Dohlen immer weiter abnimmt, gilt für die Art nach dem Wiener Naturschutzgesetz der höchstmögliche Schutzstatus. Dohlen sind neugierig und zugleich vorsichtig, sie haben ein Zahlenverständnis bis sieben, sie merken sich Menschen, sie lernen voneinander, sie kooperieren im Schwarm, sie legen Verstecke für Nahrung an, sie versuchen Probleme aktiv zu lösen und haben eine schnelle Auffassungsgabe und Lernfähigkeit – Forscher zählen Rabenvögel, wie die Dohle, zu den intelligentesten Vögeln und stellen sie gleich mit Affen und Delfinen.“

„Das sind ja richtig coole Vögel, die nur hier und vor meiner Haustüre leben!“, Dejan ist begeistert und hat eine Idee. Er wollte für die Matura sowieso seine Vorwissenschaftliche Arbeit in Biologie schreiben, wieso nicht gleich über die Dohlen aus Neu Leopoldau? Da will er nochmal darüber nachdenken und diese Woche mit der Biologielehrerin sprechen! „Tschak-tschak, tschak-tschak“, … und vielleicht sollte man den „Sound of Leo“ auch noch zu einem Song verarbeiten?

 

Hintergrundinformationen zur Dohlen-Kolonie in Neu Leopoldau: Dr. Maria Hoi-Leitner, Kartierung der Dohlen-Brutplätze am ehemaligen Gaswerk Leopoldau in der Brutsaison 2015; Hoi-Leitner M, Wiedenegger E. & Hille S. 2016: Status der Dohle (Corvus monedula) und ihr Nistplatzschutz in Wien. Vogelwarte 54: 73-81.

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  1. 04.05.2020 11:49 / Hannah

    Wo kann ich die Vögel sehen? Wo bekomme ich mehr Info? LG Hannah

  2. 04.05.2020 13:20 / Stadtteilmanagement Neu Leopoldau

    Liebe Hannah,

    Mehr Information findest du unter anderem in der Publikation von Frau Dr. Hoi-Leitner. Aber Dohlen finden sich fast überall in Neu Leopoldau- einfach mal beobachten, was sich dort am Himmel so abspielt. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man dann ziemlich schnell die eine oder andere Dohle entdeckt 🙂

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  1. 29.05.2020 9:52 / Thomas FRIEDL

    Ich gehe auch Tag täglich mit meinen Hunden spazieren, leider gibt es zu wenige Mistkübeln, und beim offenen Parkplatz der WIPARK in der Thayagasse wäre es Ideal wenn man die Grünfläche rund herum einzäunt und daraus eine Hundezone macht. Ist von der Lage super, und niemand wird belästigt, die größe der Fläche rund um den Parkplatz passt auch

    • 29.05.2020 10:16 / Stadtteilmanagement Neu Leopoldau

      Sehr geehrter Herr Friedl,
      der Mangel an Mistkübeln ist uns leider bekannt, die Situation sollte sich aber im Laufe der nächsten Monate verbessern. Der Hintergrund dazu ist, dass die Straßenflächen noch nicht im Eigentum der Stadt Wien sind und es daher keine Zuständigkeit von Seiten des Magistrats für die Flächen gibt. Allerdings werden die Straßen in den kommenden Monaten saniert und an die Stadt übergeben, von da an gibt es dann auch mehr Mistkübel so wie eine regelmäßigere Reinigung. Die Baustellenleitung ist aber auch zusätzlich im Kontakt mit der MA 28 um eine Einigung zu erreichen vielleicht schon früher welche zu errichten. Wir arbeiten derzeit auch an einem Beitrag der dieses Thema etwas ausführlicher beleuchtet.

      Und Danke für die Anregung zur Hundezone. Wir werden die Idee einmal aufnehmen und mit den zuständigen Stellen besprechen. Mal sehen ob sich in die Richtung etwas machen lässt.

      Mit freundlichen Grüßen,
      Michael Masching
      für das Team des Stadtteilmanagements Neu Leopoldau

  2. 16.08.2020 22:40 / Elisabeth Mannsberger

    Ich finde die Aktivitäten im neuen Stadtteil super und besonders freut mich, dass hier von Anfang an ein positives Miteinander von Mensch und Tier / Hund gefördert wird. Wir freuen uns natürlich sehr, wieder bei zukünftigen Nachbarschaftswochen bzw. Aktivitäten mit dabei sein zu können. Gerne stehen wir für Fragen und Informationen rund um den 4beinigen Liebling zur Verfügung.

    Wer uns schon vorher kennenlernen möchte, kann z.B. beim nahenden Hundestammtisch mit unserem Bezirksvorsteher Georg Papai in der Hundeschule vorbei schauen oder bei unserem Hundeturn-Turnier einen Einblick in unsere Arbeit bekommen.
    Infos zu uns und unseren Aktivitäten gibt es auf unseren Homepages oder auf Facebook: http://www.tiermasseur-mannsberger.at , http://www.hundeschule-mannsberger.at , https://www.facebook.com/Hundeschule.Mannsberger , https://www.facebook.com/tiermasseurmannsberger

    Liebe Grüße
    das Team der Hundeschule Mannsberger